Deutschland-Pokal 2016 mit Marina Wenzel

20161106 – Nach den Deutschen Einzelmeisterschaften richtete der Hessische Tischtennis-Verband in diesem Jahr zum zweiten Mal eine Seniorenveranstaltung auf DTTB-Ebene aus. Folge: Die Niedersachsen mussten erneut reisen. Vielleicht auch ein Grund für die zahlreichen Absagen, die das Aufstellen der beiden Auswahlmannschaften natürlich nicht erleichterte. Mit dem Erreichen des 7. Platzes in der Gesamtwertung (hinter den punktgleichen Bayern) kam der TTVN mit einem blauen Auge davon, große Zufriedenheit sieht allerdings anders aus. Kein Vorwurf an die Akteure, die dabei waren. Sie imponierten mit Kampfgeist und Auftreten, das gilt für die Damen als auch die Herren. Besonders groß war der Aderlass an Absagen bei den Seniorinnen. Letztendlich nahmen Karin Flemke (TuSpo Surheide), Irmgard Neumann (TV Apen) und Marina Wenzel (Post SV Buxtehude) die Herausforderung an. Zielvorgabe vom Teamchef: nicht auf dem letzten Platz landen. Und genau diese Punktlandung schafften die Drei, als sie in ihrer Sechsergruppe Platz fünf belegten.

Zu den einzelnen Spielen: In der Auftaktbegegnung gegen Schleswig-Holstein überraschten Irmgard und Karin ihre Kontrahenten und sorgten für eine Führung, die Marina durch ihre knappe 2:3 Niederlage nicht halten konnte. Das hauchdünn verlorene Doppel sowie eine weitere 2:3 Niederlage von Marina besiegelten das endgültige Aus für die TTVN-Auswahl. Da war schon viel Pech im Spiel. Im Spiel gegen die gleichfalls ersatzgeschwächten Bayern musste eine Vorentscheidung fallen. Die Bilder ähnelten der ersten Begegnung. Marina unterlag der Spitzenspielerin in vier Sätzen, Irmgard und Karin ließen die Niedersachsen hoffen. Die 2:3 Niederlage im Doppel egalisierte Irmgard im Spitzenspiel nach 0:2 Rückstand im Entscheidungssatz zu ihren Gunsten. Da Marina an ihrer Pechsträhne festhielt (wieder 2:3), musste Karin nun für die Entscheidung sorgen. Unter dem Jubel des TTVN-Anhangs ließ sie nichts anbrennen und sicherte mit ihrem nervenstarken 3:1 den Enderfolg. In der dritten Begegnung des Tages schienen die Kräfte schon etwas geschwunden. Die späteren Dritten aus Sachsen überließen Irmgard und Co. zwar einige Satzgewinne, aber kein Spiel. In der vierten Begegnung stellte die Pfalz mit Christel Diefenbach die überragende Spielerin. Ihre Beteiligung mit zwei Einzeln und dem Doppel sorgte dafür, dass die Niedersachsen keine echte Chance besaßen, auch wenn einige Spiele knapp ausgingen. Ehrenpunkt: Irmgard. Damit ging ein langer und strapaziöser Tag zu Ende. Man merkte, jede Spielerin hatte sieben Einzel plus Doppel in den Knochen, und das immer am Limit. Wie sagte die völlig erschöpfte aber zufriedene Irmgard: „Ich bin noch nie so viel in meinem Leben gelaufen“! Im ersten Spiel des zweiten Tages – und damit im letzten Gruppenspiel – hieß der Gegner Baden-Württemberg. Diese Hürde erwies sich als zu hoch, zumal die Süddeutschen die vielfache deutsche Meisterin Rose Diebold aufbieten konnten. Der Ehrenpunkt gelang Karin durch ein 3:2 gegen Margitta Ilskens. Nun ging es in der Platzierungsrunde gegen Thüringen. Überraschend legte Marina mit einem 3:1 gegen deren Spitzenspielerin vor, Karins 11:8, 12:10, 11:5 Erfolg ließ Hoffnungen aufkeimen. Aber irgendwie wollten die knappen Sätze nicht in die richtige Richtung. Das Doppel Marina/Karin unterlag trotz mehrerer Matchbälle in fünf Sätzen (-10, 10, 7, -10, -10) und auch Irmgards Niederlage verzeichnete alle verlorenen Satzausgänge mit zwei Punkten Unterschied. Endergebnis: 2:4. Von der reinen Ergebnislogik her ist der 10. Platz von elf Mannschaften wahrlich keine Erfolgsstory, aber Karin Flemke, Irmgard Neumann und Marina Wenzel haben sich als Team toll geschlagen. Sie traten als Einheit auf und konnten so dem Erwartungsdruck standhalten. Ich hoffe, die Damen haben das auch so empfunden.

Für die Herren stand gleich die erste Begegnung unter einem besonderen Stern. Als Dreiergruppe musste das Auftaktspiel gegen Hamburg gewonnen werden, um mindestens als Gruppenzweiter in die Zwischenrunde der besten Acht einzuziehen. Dass das nicht einfach werden würde, war klar, zumal Spitzenspieler Wolfgang Jürgens (Spvg. Oldendorf) kurzfristig auf eine Mitwirkung verzichten musste. Folge: Der unvorbereitete Teamchef musste ran und sorgte mit seinen beiden knappen 2:3 Niederlagen dafür, dass es eng wurde. Ganz anders der Auftritt von Dieter Imbrock (Spvg. Oldendorf). Seine zwei Einzelerfolge sowie der gute Doppelauftritt mit Bernd Sonnenberg (MTV Groß Lafferde) bescherten den 4:3 Gesamtsieg, nachdem dieser zuvor auch Hamburgs Nr. 2 in die Schranken verwiesen hatte. Nahezu identisch verlief das zweite Spiel gegen das Rheinland, allerdings mit „falschem“ Ergebnis. Wieder verlor meine Wenigkeit beide Einzel in vier Sätzen, diesmal konnten Bernd und Dieter diesen Rückstand nicht kompensieren. Rheinlands Nr. 1, Bernd Schuler, zeigte sich unbeeindruckt und gewann beide Einzel, obwohl Dieter im ersten Spiel sehr gut dagegen hielt (6, -8,12, -9, -9). Gegenpunkte beim 3:4: je 1 x Dieter und Bernd sowie das gemeinsame Doppel. Trotz der Niederlage war das Nahziel – die Zwischenrunde – erreicht, wir konnten uns im Vergleich zum vergangenen Jahr (Platz 12) schon als Gewinner fühlen. Mal schauen, was noch zu packen war! Im ersten Spiel der Zwischenrunde gegen den haushohen Favoriten Baden-Württemberg konnten wir in allen Partien zwar gut dagegen halten, aber mehr als Satzgewinne (Bernd gleich zwei) gab es nicht zu holen. Damit war der erste Tag abgeschlossen, der zweite musste über die Plätze 5 – 8 entscheiden. Es ging gegen die „anderen“ Sachsen aus dem Südosten Deutschlands. Dieter zeigte gegen deren Spitzenspieler keinerlei Respekt und brachte ein ums andere Mal seine gefürchtete Vorhand ins Ziel (3:2). Bernd musste dem unorthodoxen Noppenspiel von Holger Staskiewicz Tribut zollen und auch mein Spiel ging trotz Matchballes verloren. Dieses gab dem Match den Knacks, die beiden restlichen Partien gingen glatt an die Sportfreunde aus Sachsen. 1:4. Im Spiel um die Plätze 7 – 8 durfte sich Bernd vorzeitig ausruhen, der Rekonvaleszent Wolfgang gab sein Einzeldebut. Der Verlauf des Spiels gegen die Bayernauswahl ist schnell erzählt, wir gewannen fünf Sätze, machten aber keinen Punkt. Endergebnis: 0:4. Schlussendlich reichte es im Endklassement zum 8. Platz, nach dem zwölften des vergangenen Jahres durchaus eine Verbesserung. Aber schon im Bericht 2015 steht, dass zahlreiche Verbände auf ehemalige Bundesligaspieler zurückgreifen können und in diesem Punkt ist Niedersachsen einfach ein Entwicklungsland.

Mein Dank gilt an dieser Stelle allen Aktiven für ihren vorbildlichen Einsatz, sie haben an diesem Wochenende Außerordentliches geleistet. (Volkmar Runge)

Der Bericht wurde uns von Volkmar Runge (TSV Lunestedt) zur Verfügung gestellt. Hierfür vielen Dank.  

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