Tischtennis aus Leidenschaft: Gerhard Jahnke für jahrzehntelanges Engagement geehrt

Von  Dennis Mangels 29. Mai 2026

Issendorf. Was heute kaum vorstellbar erscheint, begann einst ganz einfach: Ein Esszimmertisch diente als Spielfläche, ein Duden ersetzte das Netz. Genau so entdeckte Gerhard Jahnke Mitte der 1960er Jahre seine Begeisterung für den Tischtennissport – eine Leidenschaft, die ihn bis heute begleitet.

Für seinen jahrzehntelangen Einsatz beim TTC Issendorf wurde der 74-Jährige nun im Rahmen der Sportlerehrung der Samtgemeinde Harsefeld ausgezeichnet. Seit der Vereinsgründung gehört Jahnke zu den prägenden Persönlichkeiten des Vereins und engagiert sich bis heute sowohl sportlich als auch organisatorisch.

Schon als Jugendlicher kam er über die Landjugend und Freunde erstmals mit Tischtennis in Berührung. Damals steckte der Sport in der Region noch in den Anfängen. Eigene Tischtennisplatten gab es kaum, deshalb wurde improvisiert: Gespielt wurde auf dem heimischen Esstisch, Bücher mussten als Netz dienen. Später trainierten die Jugendlichen im Saal der damaligen Dorfkneipe in Issendorf. Die Tischtennisplatte wurde von einem Bauern aus dem Ort ausgeliehen und musste nach jedem Training wieder zurückgebracht werden.

Dass Jahnke eine Tischlerlehre absolvierte, erwies sich dabei als Vorteil. Kurzerhand baute er seine erste eigene Tischtennisplatte selbst – grün lackiert und mit weißen Linien versehen.

Im Jahr 1969 gründete er gemeinsam mit Freunden schließlich den TTC Issendorf. Weil er damals noch minderjährig war, konnte er den Verein zwar nicht selbst offiziell anmelden, dennoch gehörte er von Beginn an zu den wichtigsten Köpfen des Clubs. An das erste Punktspiel erinnert sich Jahnke noch heute genau: Gegen den VfL Horneburg erreichte die neu formierte Mannschaft 1970 ein 6:6-Unentschieden – damals ein großer Erfolg für das junge Team.

Dem TTC Issendorf blieb Jahnke über Jahrzehnte treu. Lediglich während seiner Ausbildung spielte er vorübergehend beim VfL Kutenholz-Mulsum, um weitere sportliche Erfahrungen zu sammeln. Seine eigentliche Heimat blieb jedoch stets der TTC Issendorf.

Neben seiner aktiven Laufbahn engagierte sich Jahnke früh im Vereinsvorstand. Ob Gerätewart, Jugendwart, Pressewart oder Sportwart – er übernahm zahlreiche Aufgaben. Seit 1976 ist er ununterbrochen als zweiter Vorsitzender tätig und wurde erst kürzlich erneut für weitere zwei Jahre gewählt.

Auch sportlich feierte der Issendorfer viele Erfolge. Mehrfach gewann er Bezirks- und Landesmeisterschaften im Seniorenbereich und nahm an Europa- sowie Weltmeisterschaften teil. Ein besonderer Höhepunkt war der Gewinn der Goldmedaille beim Consolation Cup der Senioren-Europameisterschaft 2019 in Budapest.

Trotz aller Titel steht für Jahnke bis heute nicht nur der sportliche Erfolg im Mittelpunkt. Viel wichtiger seien Gemeinschaft, Zusammenhalt und das Vereinsleben. Besonders in den 1970er- und 1980er-Jahren habe der TTC Issendorf das Dorfleben stark geprägt. Mit mehreren Herren-, Damen- und Jugendmannschaften sei der Verein damals ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens gewesen.

Auch heute steht Gerhard Jahnke noch regelmäßig an der Platte. Der Sport halte ihn körperlich und geistig fit, sagt er selbst. Und seinen Ehrgeiz habe er ebenfalls nie verloren. Besonders freue er sich noch immer darüber, wenn er jüngere Gegner schlagen könne. Dann bekomme er oft scherzhaft zu hören: „Der Alte kann’s noch.“

Gerhard Jahnke

Erschienen am 15.05.2026 im Stader Tageblatt.